logo-biostation

 

12. Mai 2026

Länderübergreifender Aufruf zum Beobachten und Melden von Heuschrecken, Ohrwürmern und Co

 

Das LWL-Museum für Naturkunde in Münster des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) veranstaltet von Mai bis November 2026 zusammen mit dem Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe, der Naturbeobachtungsplattform Observation.org sowie weiteren regionalen Partnern die Orthopteroidea-Challenge „Schrecken, Schrecken ohne Ende“. Interessierte können ab sofort fotografische Beobachtungen von Heuschrecken, Fangschrecken, Ohrwürmern und einigen weiteren Arten über Observation.org oder in der App ObsIdentify melden und damit zur Erforschung der Natur beitragen.

Sumpfschrecke (Stetophyma grossum)

 

 

 

Zusammen mit den Ohrwürmern, Schaben und Termiten wurden Heuschrecken, Fangschrecken und Stabschrecken traditionell der Verwandtschaftsgruppe der Orthopteroidea zugeordnet. Auch wenn diese Einordnung aus heutiger Sicht nicht mehr Bestand hat, werden die Tiere dennoch häufig gemeinsam erforscht. Deshalb haben die Initiatoren der Challenge entschieden, für diese Insekten einen gemeinsamen bürgerwissenschaftlichen Wettbewerb auszurufen – und zwar länderübergreifend in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg.

 

In Fällen wie etwa bei scheuen Ohrwürmern, großen Heuschrecken oder eingeschleppten Schabenarten soll mithilfe der Naturbeobachtenden und ihrer Fotos mehr über die aktuelle Verbreitung in Erfahrung gebracht werden. Die Daten aus der Challenge sind für die Forschung und den Naturschutz wichtig und würden unter anderem in die Roten Listen, Verzeichnissen gefährdeter Tierarten, einfließen.

Manche Orthopteroidea sind unscheinbar und leben versteckt, sodass ihre Verbreitung nicht ausreichend bekannt ist, wie bei den Ohrwürmern oder Schaben. Andere, wie Heuschrecken und Fangschrecken, gehören zu den größten und attraktivsten heimischen Insekten.

 

Viele Arten ändern gerade massiv ihr Verbreitungsgebiet. Beispielsweise sind sie durch den Schwund ihrer Lebensräume gefährdet, wie der Warzenbeißer, das Insekt des Jahres 2026. Manche wiederum, durch den Klimawandel begünstigt, erweitern gerade ihr Areal in Richtung Norden. Ein gutes Beispiel dafür sind die Europäische Gottesanbeterin oder das Weinhähnchen. Mit dem zunehmenden internationalen Verkehr und durch Aussetzung von Tieren aus privater Haltung gelangen immer wieder selbst tropische und subtropische Arten nach Mitteleuropa, darunter Stabschrecken oder Termiten.

 

Wo „Schrecken“ zu finden sind

Heuschrecken leben vor allem im Grünland aller Art. Manche mögen kahle Bodenflecken, manche krautige Vegetation und einige leben auf Bäumen. Vielversprechende Fundorte können Bahntrassen, Gewässerufer oder Städte sein. Die Gottesanbeterinnen lauern auf ihre Beute auf Vegetation aller Art. Ohrwürmer und Schaben leben wiederum versteckt in Bodenstreu, unter Steinen oder Baumrinde und an schattigen Orten. Manche Arten, vor allem Schaben, haben menschliche Wohnungen oder Gewächshäuser der botanischen Gärten als Lebensraum für sich erschlossen.

 

Teilnahmebedingungen

Es zählen Meldungen aus Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz. Nachweise aus Wohnungen oder Gewächshäusern werden nur akzeptiert, wenn die Tiere selbst nicht aus der Zucht stammen. Hochgeladene Fotos aus heimischen Terrarien, Zoo-Expositionen oder Ähnlichem werden aussortiert. Unter den Top 10 der Teilnehmenden, die die meisten Arten fotografiert und über die App ObsIdentify oder über wie Webseite Observation.org hochgeladen haben, werden Preise ausgelost. Der Hauptpreis: eine Teilnahme am Kurs der Wahl im Bildungs- und Forschungszentrum Heiliges Meer des LWL-Museums für Naturkunde, inklusive Begleitperson und Verpflegung. Die zweitplatzierte Person gewinnt das Buch „Die Welt der Heuschrecken: Faszinierende Lebensweise, unterschätzte Vielfalt“. Der Preis für den dritten Platz ist eine Jahreskarte bei einem der Partnermuseen: dem LWL-Museum für Naturkunde Münster oder dem Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe.

 

 

Westlicher Ohrwurm (Forficula dentata) Ohrwurm

 

 

 

 

Feldgrille (Gryllus campestris)Feldgrille

 

 

 

 

Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa)

Gottesanbeterin

 

 

 

LWL Logo schwarz 

 

 

 

 

 

Logo Naturkundemuseum Karlsruhe

Weitere Informationen zur Challange:

www.schrecken.lwl.org

 

Fragen beantwortet: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

  

Die Biologische Station wünscht viel Freude in der Natur und viele spannende Beobachtungen!

 

Bildnachweise:

(1) Sumpfschrecke (Stetophyma grossum). Foto: Martin Husemann

(2) Westlicher Ohrwurm (Forficula dentata). Foto: Martin Husemann

(3) Feldgrille (Gryllus campestris). Foto: Martin Husemann

(4) Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa). Foto: Martin Husemann